In der Perle meiner Erinnerung war alles verdichtet. In ihr lag alles erdichtet vor. Eine Äußerung von mir an meine Schwester beinhaltete vielleicht nur eine verwirrene Absicht. Doch diese Perle, die ich ihr als Geschenk für ihre Auferstehung anbot, war ein reines Kunstwerk. Ein nicht orientierbarer Raum, indem wir von nun bewegen konnten. In dem neue multiple Realitäten entstanden. Wir beide standen vor der Perle, spiegelten uns in ihrer Oberfläche wieder, sahen aber gleichzeitig aus ihr heraus, waren im Herz der Perle ineinander verschränkt. Mehr als ein Geschenk für meine Schwester und mehr als ein Geschenk an mich. Nun wußten wir beide wieder, dass wir nie Teil von der Welt waren, so wie man uns die Welt an den Schulen lehrte. Jede Wirklichkeit, die wir von diesem Tag an wahrnehmen wollten und konnten, war Teil unser eigenen subjektiven Realität. Denn was wir wieder wahrnehmen wollten, das war durch unsere ureigensten Interessen bestimmt. Und diese Interessen hatten mit einer Kunst zu tun, einem Gemisch von Porzellanerde, von Feldspat und Quarz, von Lichtzeichnungen, von Schafen auf ihrem eigenen Tanzplatz, kurz vor deren Entblutung via Publikum, von den seligen Schirmfliegern der Pusteblumen, deren Träume nur durch den Wind ausgebreitet werden konnten…

