Mein inneres Gewölbe durchströmen

Mein inneres Gewölbe durchströmen

Oja, die Phantasie, meine Poesie, meine garstig-schöne Sprache, sie könnte dir auf die Schliche kommen. Sie weiß mehr, als du dir in deinen kühnsten Träumen vorstellen kannst oder willst. Oder eben nicht willst, weil du, Experte oder Expertin deiner Zunft, Angst hast, es könnte dir gefallen, diese Liebe an und für sich. Die Phantasie streicht dir sanft über den Kopf, wenn du mal wieder trocken-moralisches von dir gibst und auf die Leute einsprichst, als wären es deine Untertanen und du hättest eine üble Magenverstimmung.

Und führen, beim Säuseln der Nächte,

durch liebliches Wellengeflechte,

unsichtbar dem neuen Geschlechte,

die liebliche Tochter heran

Oja, das bin ich, eine liebliche, letztlich aber immer noch eine namenlose Tochter. Vielleicht gewährt mir deshalb niemand Exil? Finde ich deshalb in keinem Herzen Platz? Doch, Moment, ich bin ja hier… im Herzen der Phantasie. Sie lächelt mir zu. Sie hat mich lieb. Sie erweckt mich. Die Phantasie ist unser aller Mutter. Sie ist mal guter Diener. Mal ist sie ein böser Herr.

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