Urplötzlich stehe ich vor etwas merkwürdig Neuem, etwas, was meinem alten Alltag jedoch erschreckend ähnlich sieht. Dieser neue Alltag, der nun mein Leben bestimmt, er ist wie ein Fremder, der urplötzlich vor meiner Tür steht und Einlass in die Wohnung erbittet, freundlich zwar, aber auch sehr bestimmend. Nun ist er da, sitzt mit mir auf der Couch, isst mit mir zu Mittag, und liegt sogar schon neben mir in meinem Bett. Ist mir (fast) wie aus dem Gesicht geschnitten? Ja, tatsächlich ist es mir, als würde ich ihn sehr gut kennen. Auf eine ganz bestimmte, schräge Art und Weise ist er mir jedoch zugleich auch äußerst fremd. Das erzeugt in mir ein zwiespältiges Gefühl. Ich will allerdings vermerken, dass ein Gefühl der Freude darüber vorherrscht, hier etwas Besonderes kennenlernen zu dürfen. Mich selber, also Dinge, über die ich mir lange keine Gedanken mehr gemacht habe. Ich werde mir selber plötzlich wieder sehr bewusst. Wird auch Zeit; nach dem 2811993 Versuch ist es an der Zeit, dass die eigene Fremdheit mir ermöglicht, etwas nie zuvor Gesehene zu erkennen: Leben heißt Neuordnung, Neu-Arrangements, es geht um andere Perspektiven, also um Kunst.
